Page 3 - Jahresbericht 21_22
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SCHULDIENSTLEITUNG






               Sehr geehrte Leserinnen und Leser


               Das Schuljahr 2021/22 war ein turbulentes  Jahr.  Obwohl auch wir gerne nach  vorne schauen,
               gehört Corona in den Jahresbericht des Schuljahres 21/22: Die Corona-Massnahmen forderten
               alle  stark.  Stichworte  sind  Reihentests  und  Maskenpflicht,  Isolation  und  Quarantäne.  Wegen
               vieler  Ausfälle  waren  wir  einerseits  mit  der  Organisation  unseres  Alltags,  aber  auch  in  der
               Umsetzung  unseres  Kerngeschäftes  sehr  gefordert.  Die  Solidarität  und  das  ungebrochene
               Engagement  des  ganzen  Teams  waren  beeindruckend.  Die  Aufhebung  der  Maskenpflicht  im
               Schulumfeld im Februar 22 war erlösend.

               Aber auch wenn die Masken, die Plakate der Pandemieregeln und die Plexiglaswände «nadis-
               nah»  weitgehend  verschwanden  –  die  Herausforderungen  in  unseren  Berufsfeldern  blieben.
               Einige  davon  bringen  wir  direkt  oder  indirekt  mit  dem  vergangenen  Pandemiegeschehen  in
               Zusammenhang.  Die  sozio-emotionalen  Herausforderungen  sind  für  viele  Kinder,  Jugendliche
               und Familien anhaltend. Grosse Loslösungsschwierigkeiten, Schulabsentismus, Angstthematiken –
               die  Folgen  der  Pandemie  haben  viele  Facetten.  Oft  sind  die  Thematiken  für  die  Betroffenen
               nicht neu – die Pandemiesituation wirkte aber wie ein Brennglas und hat Bestehendes verstärkt –
               was vorher familienintern tragbar war, braucht jetzt die Unterstützung durch Fachpersonen.

               Die Pensen-Erweiterung in den Fachbereichen Schulsozialarbeit und Schulpsychologie (10 % des
               Pensenvolumens)  war  dringend  nötig,  denn  ein  Triagieren  an  andere  Stellen  war  wegen
               allgemeiner Überlastung des Systems oft nicht möglich. Wir sind dankbar, dass die Behörden mit
               der  Umsetzung  der  kantonalen  Möglichkeiten  der  Pensenerweiterung  diese  Dinglichkeit
               anerkannt haben. Auch in den übrigen Fachdiensten zeigen sich gegen Ende des Schuljahres
               ungewöhnlich lange Wartelisten.

               Auch intern war von den Mitarbeitenden der Schuldienste Rothenburg Flexibilität gefordert: Mit
               dem  Leitungswechsel  von  Lothar  Steinke  zu  mir  veränderte  sich  da  und  dort  etwas  –  und  die
               zweimonatige Abwesenheit für den Seitenwechsel im Frühling 22 verkürzte das Schuljahr für die
               Teambildung zusätzlich.

               Neben all diesen Turbulenzen blicken wir aber auch mit grosser Befriedigung auf ein Schuljahr
               zurück, in dem wir viel bewirken konnten und uns weiterentwickelt haben: Angeregt durch einen
               gemeinsamen  Weiterbildungstag  im  September  mit  dem  Thema  Elternbeteiligung  gestalteten
               wir  Elternkontakte  bewusster  –  oft  enger.  Durch  die  Zwänge  der  Pandemiesituation  wurden
               unsere virtuellen Kommunikations-Kompetenzen individuell stark erweitert. Nun nutzen wir diese
               Kompetenzen  und  unsere  verbesserte  Ausrüstung  situationsadäquat  in  der  Fallarbeit,  Dienstor-
               ganisation und in der Öffentlichkeitsarbeit.

               Wir sind dankbar für die konstruktive Zusammenarbeit mit den Behörden und Schulen.
               Wir  sind  dankbar  für  das  grosse  Vertrauen  und  den  daraus  resultierenden  Handlungs-  und
               Gestaltungsspielraum – sie sind gerade in turbulenten Zeiten äusserst wertvoll.


               Pia Kaufmann Schuldienstleiterin
               Januar 2023
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